Dienstag, 20. Juli 2010

Die Eder-Bike-Tour 2010 - Ein Fazit

Schon zum siebten Mal fand die Großveranstaltung „Eder-Bike-Tour“ statt.
Auch dieses Jahr machten sich wieder viele Radler auf den Weg, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen, obwohl im Gegensatz zu den vorhergegangenen Touren die Route aufgrund von Bauarbeiten im Bereich Hatzfeld und auf westfälischer Seite um ungefähr 40km gekürzt werden musste.
Ähnlich wie im vergangenen Jahr bot die Kurhessenbahn wieder einen Pendel-Zugverkehr zwischen Battenberg bzw. Auhammer und Herzhausen im Zweistundentakt an, der bei den Fahrgästen sehr großen Zuspruch fand.
Sowohl der Streckenast nach Battenberg als auch jener nach Herzhausen wurden stark frequentiert. Insgesamt betrachtet nutzten etwa 660 Fahrgäste den Sonderverkehr zwischen Battenberg und Herzhausen, womit der Rekord vom vorigen Jahr getoppt werden konnte.
Die Gründe für die durchaus erfreulichen Fahrgastzahlen mögen außer am schönen Wetter wohl darin liegen, dass die Veranstaltung durch ihre Regelmäßigkeit von Jahr zu Jahr einen immer höheren Bekanntheitsgrad erzielt, dass die Vermarktung besser als in vorigen Jahren funktioniert und dass seit dem vergangenen Jahr der Pendel-Zugverkehr der Kurhessenbahn eingerichtet wurde, der Radfahrern ein bequemeres Fortkommen ermöglicht, falls sie doch nicht die komplette Tour radeln oder die Rückfahrt ruhiger angehen lassen möchten.
Es ist also zu erwarten, dass im nächsten Jahr noch mehr Menschen mit ihren Drahteseln
auf den Radwegen am Ederufer und in den Zügen der Kurhessenbahn anzutreffen sind, was uns als Interessengemeinschaft zum Erhalt der Edertalbahn natürlich hoffen lässt, dass diese Impulse, die von derartigen Veranstaltungen wie der „Eder-Bike-Tour“ ausgehen, die Politik dazu bewegen, in die Reaktivierung dieser Strecke zu investieren.
Was unsere Argumentation zur Reaktivierung unterstützt, ist, dass die Strecke nicht nur für Sonderfahrten einen hohen Stellenwert hat.
Betrachtet man die Verkehrsverbindung aus Richtung Frankenberg, würde es keine schnellere Verbindung in Richtung Ruhrgebiet und Paderborn geben als über die Edertalbahn. Von Korbach aus gesehen gilt dies natürlich auch für Verbindungen in das Rhein-Main-Gebiet und nach Süddeutschland. Sozusagen wäre die Edertalbahn sowohl das Rückgrat für den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Waldeck-Frankenberg als auch Zubringer zu den Fernzuglinien, die die unterschiedlichsten Regionen anbinden.
Der derzeitige Busverkehr zwischen Frankenberg und Korbach ist unattraktiv und für den Fahrradtourismus völlig ungeeignet.
Für Fahrten aus Richtung Marburg nach Willingen, für seinen Skisport bekannt, werden Touristen momentan Umstiege in Frankenberg (in den Bus) und in Korbach (wieder in den Zug) zugemutet. Hinzu kommt, dass in Schwachlastzeiten dieser Busverkehr vorbestellt werden muss, wo spätestens an dieser Stelle jeder Tourist kapitulieren würde, das nächste Mal mit dem Auto oder erst gar nicht hierhin reist, da es in Deutschland auch andere Nationalparks gibt, die mit dem ÖPNV deutlich angenehmer zu erreichen sind.
Ganz davon abgesehen betont die Kurhessenbahn immer wieder, von welcher wirtschaftlicher Bedeutung der Streckenabschnitt Frankenberg-Korbach ist, da sie bei ihrer Gründung von einer baldigen Reaktivierung ausgegangen ist und die übrigen Strecken aufgrund fehlender Synergien nicht wirtschaftlich betrieben werden können.
All dies berichteten wir einer kleinen Gruppe der VHS Region Kassel, die sich genau an diesem Tag Zeit genommen hat, um das Schicksal dieser Bahnstrecke zu beleuchten.
Sie dankten uns für die Informationen, die wir an sie weitergeben konnten. Natürlich waren auch wir hocherfreut, dass sogar ein Volkshochschulkurs das Problem der Edertalbahn mit ihrer verschleppten Reaktivierung behandelt.


Insgesamt lässt sich sagen, dass Sonderfahrten am 13.6. ins Schwarze getroffen haben.
Wir haben sehr viele Menschen erlebt, die sich herzlichst für die Hilfe beim Ein- und Ausstieg mit ihren Fahrrädern bedankten, was auch zu einem guten Image des Verkehrsmittels Bahn führt und sicher dem einen oder anderen noch lange positiv in Erinnerung bleiben wird.
Auch wurden wir von vielen Fahrgästen in unserem Ziel bestärkt, weiter für den Erhalt und die Reaktivierung der Edertalbahn zu kämpfen.
 

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