Sonntag, 8. Mai 2022

Wer sind wir? Was wollen wir?

Wir, die Interessengemeinschaft Edertalbahn, treten für die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Frankenberg (Eder) - Korbach (KBS 622) ein.
Diese Strecke verband viele Jahrzehnte lang die zwei bedeutendsten Städte des heutigen Landkreises Waldeck-Frankenberg, erschloss das Edertal mit seinen Gemeinden und stellte den Anschluss in den Süden Hessens mit dem Rhein-Main-Gebiet und zum Ruhrgebiet her. Auch die sogenannten "Heckeneilzüge" von Frankfurt am Main nach Hamburg-Altona bzw. Bremerhaven verkehrten über diese Bahn und trugen so zu ihrer überregionalen Bedeutung bei.

Im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen stellte die Deutsche Bundesbahn den Personenverkehr auf der Unteren Edertalbahn im Jahre 1987 ein.
Letztmalig wurde die komplette Strecke anlässlich des Hessentages in Korbach 1997 von Sonderzügen befahren. In der Folgezeit kam immer wieder die Diskussion auf, die Edertalbahn zu reaktivieren. 1998 nahm die Deutsche Bahn das 1,1 km lange Teilstück zwischen dem Korbacher Hauptbahnhof und dem Südbahnhof wieder in Betrieb, die komplette Reaktivierung lässt dennoch auf sich warten.

Es sollte bis zum Jahre 2006 dauern, ehe sich etwas in Sachen Wiederinbetriebnahme bewegte: Die Strecke wurde für einen Wochenendverkehr auf dem Teilstück Frankenberg-Herzhausen ertüchtigt, der im Anschluss aufgenommen wurde. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV), die Kurhessenbahn und das Land Hessen vereinbarten einen Reaktivierungsvertrag für die komplette Strecke, der jedoch 2007 einseitig vom NVV gekündigt wurde. Der Wochenendverkehr konnte aufgrund der Streichung von Zuschüssen des Landkreises Waldeck-Frankenberg nicht über das Jahr 2007 hinaus verlängert werden.
Die Aufkündigung des Vertrages war der Anlass, diese Interessengemeinschaft zu begründen, damit das Thema "Reaktivierung der Edertalbahn" immer im Bewusstsein der Bevölkerung und der politischen und wirtschaftlichen Akteure bleibt.
Und tatsächlich konnten wir einiges auf die Beine stellen: Organisation von Sonderfahrten (z.B. anlässlich des Drachenbootrennens in Herzhausen), Diskussionen mit Lokalpolitikern, Unterschriftensammlungen, Begleitung einer VHS-Gruppe im Zuge einer Sonderfahrt, Mithilfe bei der Eder-Bike-Tour und vieles mehr.

Durch die Akquise von Spendengeldern für Sonderfahrten wurden wir auf den Arbeitskreis zur Förderung des Schienenverkehrs im Raum Marburg e. V. (AFS) aufmerksam, der sich u. a. ebenfalls für die Reaktivierung der Edertalbahn einsetzt und Mitglied des Fahrgastverbandes "Pro Bahn und Bus Hessen" ist. Aus diesem Grunde trat die IG Edertalbahn im Frühsommer 2009 geschlossen diesem Verein bei, um fortan mit gebündelten Kräften für das gemeinsame Ziel zu kämpfen und Doppelstrukturen zu verhindern.
Durch unsere zahlreichen Aktionen haben wir einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die 2007 beendeten Wochenendfahrten nach Herzhausen zum 1. Mai 2011 wieder aufgenommen wurden. Damit haben wir bereits jetzt die Zwischenetappe unseres Fahrplans zur Wiederinbetriebnahme der Unteren Edertalbahn erreicht, die wir mittelfristig anvisiert hatten.

Das Endziel unserer Bemühungen sollte ein regelmäßiger Personenverkehr mit Taktfahrplan sein, um die Mittelzentren Frankenberg und Korbach auf dem Schienenwege zu verbinden, das Kurhessenbahn-Konzept langfristig zu sichern und das Nationalparkzentrum Herzhausen an das Schienennetz anzuschließen. Für dieses neuerbaute Nationalparkzentrum wählte man mit Bedacht eine Fläche in der Nähe der Bahntrasse, um Besuchern ein bequemes Anreisen zu ermöglichen.
Selbst im Briloner Raum findet unser Engagement Anklang. Dort versuchen Lokalpolitiker ein Konzept zu entwickeln, das sowohl die Reaktivierung der Unteren Edertalbahn als auch die der Almetalbahn von Brilon-Wald nach Paderborn vorsieht, um einen durchgehenden Regionalexpressverkehr Marburg-Frankenberg-Korbach-Brilon-Paderborn zu ermöglichen. Somit wäre auch der Flughafen Paderborn/Lippstadt an das Schienennetz angeschlossen.

Verantwortlich für diesen Blog:

IG Edertalbahn
c/o Bastian Kettner
Friedrich-Ebert-Str. 117, Zimmer Nr. 307
35039 Marburg
Tel.: (0 64 21) 9 53 53 46
e-Mail: basti.kettner[at]freenet.de


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